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Gute Ärzte sind Gold wert. Patienten können ihnen vertrauen. Sie erklärt gut und haben Zeit für Gespräche, wenn diese gebraucht werden. Hinter dem professionellen Interesse spürt der Patient auch persönliche Fürsorge. Trotz großen Andrangs in der Praxis sidn solche Ärzte nie unfreundlich. Die Frage ist nur: Wie komme ich an so einen Arzt?

Die Arztsuche in Bewertungsportalen

Längst haben sich Online-Bewertungsportale für Mediziner etabliert. Damit soll die Arztsuche anhand von Bewertungen erleichtert werden. Dass solche Portale problembehaftet sind, erfährt man nicht. Wenn Ärzte mit Sternchen und Texten bewertet werden, ist das Ergebnis eher subjektiv als objektiv. Die Portalbetreiber lassen zwar nur Bewertungen zu, die AGB-konform sind. Dennoch dürfen unzufriedene Patienten sich ungeniert über persönliche Antipathie sowie Beratungs- und Behandlungsmängel auslassen.

Bewertungsportale können einen Anhaltspunkt bieten – mehr aber nicht. Die Verbraucherzentrale rät davon ab, Bewertungsportale zur alleinigen Grundlage für die Arztwahl zu machen. Verlässlicher seien persönliche Empfehlungen von guten Bekannten. Bewertungsportale können jedoch wichtige Zusatzinformationen zur Praxis liefern. Diese liefert jedoch eine Praxis-Webseite ebenfalls – oft mit höherer Qualität und Aussagekraft.

Hilft das Internet bei der Arztsuche?

Eine schnelle Onlinesuche kann tatsächlich zu einem guten Arzt führen. Man erhält schnell einen Überblick über die in Frage kommenden Mediziner in der angefragten Region. Gleich danach können die Suchenden sich die Webseiten von entsprechenden Medizinern ansehen.

Im Branchenbuch ist keine ähnliche Informationsdichte zu erwarten. Praxis-Webseiten liefern alle Informationen inklusive einer detaillierten Wegebeschreibung. Sie listen sämtliche Tätigkeitsbereiche der Praxis auf. Ein Blog liefert oft weitere Informationen. Fotos der Praxis und des Teams hinterlassen einen persönlichen Eindruck. All das fehlt im konventionellen Branchenbuch.

Wie seriös sind Bewertungsportale?

Bei der Bewertung von Arztbesuchen spielen persönliche Erwartungen und Ansprüche eine Rolle. Stimmt die Chemie nicht sofort, fällt die Arzt-Bewertung schon nach einem Besuch negativ aus. Zufriedene Patienten sehen kaum einen Anlass, ein Bewertungsportal zu nutzen. Sie erzählen lieber Bekannten und Verwandten von ihren guten Erfahrungen.

Unzufriedene Patienten suchen hingegen ein Ventil. Sie nutzen Bewertungsportale daher bevorzugt. Daher sind Bewertungsportale mit Vorsicht zu betrachten. Nur selten sind die Aussagen über einen Arzt sachlich. Kritik wird oft nicht ausführlich begründet. Die Bewertungen unzufriedener Patienten können andere Interessenten davon abhalten, eine bestimmte Praxis aufzusuchen. Damit schwindet die Chance, einen qualifizierten Mediziner zu finden.

Nicht alle hochqualifizierten Mediziner sind Menschen, der einem auf Anhieb angenehm ist. Wichtiger ist aber, dass man ihrem fachlichen Wissen vertrauen kann. Eine Vertrauensbasis entsteht oft erst durch regelmäßigen Kontakt. Bei der „Kassenärztlichen Bundesvereinigung“ (KBV)“, der Interessenvertretung freiberuflicher Ärzte sieht man den Nutzen von Bewertungsportalen daher kritisch. Es wird nicht gesagt, wie viele Arztbesuche zu einer Negativ-Bewertung geführt haben.

Zudem kommt es vor, dass Portalbetreiber Positiv-Bewertungen, die auf Kritikpunkte anderer Bewertungen eingehen, ablehnen. Man muss sich daher fragen, welche Interessen hinter solchen Bewertungsportalen stehen. Sicher ist, dass Suchende im Internet keine objektiven Einschätzungen zu niedergelassenen Ärzten und deren Qualitäten erwarten sollten.

Sind Bewertungsportale seriös und unabhängig?

Zu hinterfragen ist, ob Bewertungsportale tatsächlich Wert auf seriöse Bewertungen legen – oder ob sie bezahlte Arzt-Werbung ermöglichen. Es mangelt vielfach an überprüften Angaben oder objektiven Schilderungen einer Behandlung. Die eigenen Erwartungen an den Arzt werden nicht thematisiert. Das kritisiert auch die „Unabhängige Patientenberatung Deutschland“ (UPD).

Zweifel an der Seriosität, Neutralität und Unabhängigkeit von Bewertungsportalen sind durchaus angebracht. Die Finanzierung solcher Portale erfolgt laut einer Verbraucherschützerin nämlich durch Werbeanzeigen. Alternativ kann die Portalnutzung Gebühren kosten. Dadurch können sich Mediziner Positivbewertungen kaufen. Sie können sich dadurch Vorteile vor anderen Ärzten verschaffen – zum Beispiel durch bessere Platzierungen bei Suchmaschinen wie Google.

In einem namhaften und stark frequentierten Bewertungsportal können Ärzte aus mehreren Premium-Paketen eines auswählen. Dadurch können sie individuelle Bewertungskriterien festlegen. Das kommt einer bezahlten Eigenwerbung gleich. Ein Sprecher der UPD kritisiert denn auch, dass es vielen Online-Bewertungsportalen an Transparenz mangelt. Patienten, die einen Arzt suchen, sollten daher mehrere Onlineportale durchsehen.

Verbraucherschützer und UPD empfehlen den Blick auf die werbefreie und kostenlose Rechercheplattform „Weiße Liste“. Diese steht unter der Schirmherrschaft der Bundespatientenbeauftragten.

©2021 Socialblog Teambusiness24

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